Als die Verweigerungstaktik und Spachakrobatik von Angela Merkel ihren vorläufigen Höhepunkt fand

Nach sechszehn Jahren unter Dauerbewachung und Bodyguard-Schutz verliert die Bundeskanzlerin nun jeden Bezug zur Lebenswirklichkeit. Gefangen in einem Paralleluniversum, in dem Menschen zu Viruspunkten degradieren, verwechselt sie Pandemiebekämpfung mit Mathematik und Physik. Seit vielen Monaten, eigentlich seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr reichen ihr erfahrene Gesundheitspraktiker, Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen, Ökonomen und Mediziner die Hände, um zusammen eine komplexe Aufgabe zu lösen. Die Einrichtung eines Pandemierates aus Fachleuten wurde mehrfach vorgeschlagen, immer abgelehnt. Stattdessen wurden Einzelpersonen gehört, neue Exekutivrunden geschaffen und die eigene – modellbasierte – Bewertung als Maß der Dinge angelegt.

Statt Wissen zu generieren, sorgsam zu analysieren, wie das Infektionsgeschehen seinen Lauf nimmt, welche Maßnahmen zu Resultaten führen, wie man das Engagement der Bevölkerung einbezieht, wählt sie einen autoritären Weg: Verbieten, Verordnen und niemals etwas zurücknehmen. Es könnte als Schwäche ausgelegt werden. „Wie stehen wir dann in der Öffentlichkeit dar“, so lautete ein Einwand in der gestrigen Runde.

Gesetzt hat die Kanzlerin in der Pandemie von Anfang an und in einem Anfall von Hybris auf eine flächendeckende, weltweite Impfung.  Sie sah sich im Glanz einer europäischen Initiative, die mit viel, viel Geld für sich in Anspruch nehmen konnte, eine Krankheit von unserem Planeten verschwinden zu lassen. Was für eine technokratische Anmaßung!

Engagierte Wissenschaftler und Pharmafirmen haben es in bemerkenswerter Weise und Geschwindigkeit geschafft, Impfstoffe gegen Sars-Cov2 herzustellen, aber Verteilung und Einsatz der Impfstoffe sind nur ein Baustein in der Pandemiebekämpfung. Ohne Plan, ohne Strategie steht die Bundeskanzlerin heute vor dem Scherbenhaufen ihrer Politik. Angela Merkel hat sich noch nie durch inhaltliche Ziele ausgezeichnet, ihre Stärken lagen in der Moderation, gepaart mit einem außerordentlichen Talent, abweichende Meinungen durch Zermürbungstaktik in Kompromisse zu zwingen.

Gesundheit entzieht sich dieser Logik, das wird die Kanzlerin gerade schmerzlich spüren. Statt Kompetenz zu suchen, neue Wege zu beschreiten, Vertrauen zu schaffen – eine Phrase, die sie ja so gerne im Mund führt – , zündelt sie an den Grundfesten der Demokratie, gefährdet das Wohlergehen der jungen Generation und den Wohlstand unseres Landes.

Wir alle sind gefragt, einen Flächenbrand zu verhindern.

Posted by Dorothea Redeker